Pflanzenfressende Riesen

Dichte Wälder, ausgedehntes Buschland und Sümpfe prägten die Landschaft im Erdmittelalter (250 bis 65 Millionen Jahre). Mehr als genug Nahrung für die Giganten unter den Dinosauriern: die pflanzenfressenden Langhalssaurier oder Sauropoden.

  • Argentinosaurus  ARGENTINOSAURUS

Ab der oberen Trias vor etwa 220 Millionen Jahren entwickelten sich die größten und schwersten Landlebewesen, die es bis heute gegeben hat. 38 Meter lang, 10 Meter hoch und 80 Tonnen schwer war der größte bisher gefundene Vertreter: Argentinosaurus. Damit schlägt er das größte heute lebende Tier – den Blauwal – längenmäßig um etwa 5 Meter. Beim Gewicht allerdings siegt der Wal um etwa 120 Tonnen, was durch die Eigenschaften seines Lebensraums (Auftriebskraft des Wassers) bedingt ist. Strandet ein Wal jedoch, erdrückt ihn sein Eigengewicht.

Der gewaltige tonnenförmige Rumpf der Riesen ruhte auf vier säulenartigen Beinen, wie bei heutigen Elefanten. Der Kopf war extrem klein und saß auf einem stark verlängerten Hals. Die Winzigkeit des Kopfes erklären sich Paläntologen damit, dass kein Kauapparat entwickelt wurde und damit keine großen Ansatzflächen für starke Muskulatur am Schädel notwendig waren. Pflanzenteile wurden unzerkaut geschluckt und in riesigen Mägen verdaut. Ein langer Schwanz bildete das Gegengewicht zum Hals. Unterschiedliche Zahnformen und Halsstrukturen lassen darauf schließen, dass die Arten auf unterschiedliche Nahrung spezialisiert waren. Wissenschaftler vermuten, dass die Riesen Steine verschluckten. Diese sogenannten Gastrolithen (= Magensteine) funktionierten im Magen wie kleine Mühlen und halfen bei der mühseligen Zerkleinerung der enormen Pflanzenmengen. Vermutlich verdauten Bakterien, Einzeller und Pilze im Darm die Zellulose der Pflanzen weiter – ähnlich wie bei heutigen pflanzenfressenden Großsäugern. Sie lebten vermutlich in größeren Herden, um Jungtiere besser schützen zu können.

Doch warum konnten die Langhalssaurier so riesig werden? Wissenschaftler vermuten, dass eine Kombination aus ursprünglichen Reptilieneigenschaften und einer Vielzahl neuer „Fähigkeiten“ (hohe Wachstumsrate, flexible Stoffwechselrate während des Wachstums, hoher Grundumsatz, vogelartiges Atemsystem) dafür verantwortlich ist. Das Bild von den langsam dahin trottenden Riesen, deren Schwänze auf dem Boden schleifen, ist längst überholt. Man nimmt an, dass die Langhalssaurier Kopf und Schwanz horizontal ausrichteten. Inzwischen haben Forscher Hinweise darauf gefunden, dass die Leistung des Herzens bzw. der Blutdruck und der damit verbundene Energieaufwand ein Heben des Halses und Kopfes auf etwa 3 Meter über Herzhöhe beschränkte. Bei einer Schulterhöhe von 8 Metern und einem etwa 15 Meter langen Hals, konnte Argentinosaurus jedoch auch ohne den Kopf über die Horizontale zu heben Baumkronen problemlos abweiden.

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… seit dem 30. Januar 2011.


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30. Januar 2011

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