
Im Jahre 1980 formulierten amerikanische Wissenschaftler die sogenannte „Impakttheorie“ (Impakt = Einschlag). Sie fanden das auf der Erde sehr seltene Metall Iridium in einer bestimmten Schicht an der Kreide-Tertiär-Grenze. Dieses Metall konnte nur aus dem All gekommen sein. Irgendwo auf der Erde müsste also ein gewaltiger Einschlagskrater aus der Zeit vor 65,5 Millionen Jahren zu finden sein. Im Jahre 1991 wurde der im Durchmesser 200 km große Chixculub-Krater vor der südmexikanischen Halbinsel Yucatán gefunden und auf etwa 65 Millionen Jahre datiert. Er gilt seitdem als Einschlagspunkt des Asteroiden, der die Saurier und viele andere Lebewesen vernichtet haben soll. Im April 2010 fand ein internationales Wissenschaftlerteam neue biologische und geologische Belege für die Meteoriten-Theorie. Zweifler meinen, dass die Iridium-Anomalie auch von Vulkanausbrüchen stammen könnte. Wieder andere glauben, dass die Dinosaurier bereits vor dem großen Massensterben weniger wurden und ihr Verschwinden bereits begonnen hatte.Artikel in der Zeitschrift Science
Ein riesiger Himmelskörper von 10 bis 50 km Durchmesser stürzt auf die Erde und verursacht eine gewaltige Explosion. Hunderte von Kilometern um die Einschlagstelle herum wird alles Leben durch die Druck- und Hitzewelle sofort ausgelöscht. Riesige Flutwellen (Tsunamis) wälzen sich über das Land. Glühend heißes Gestein und Asche entfachen Feuerstürme, die auch in weiterer Entfernung verheerend wüten. Schwere Partikel der riesigen Asche- und Sedimentwolken senken sich erstickend nieder, während die feineren Stäube eine lange Zeit die Sonne verdunkeln, die Temperaturen drastisch sinken lassen und sauren Regen verursachen. Eine Kettenreaktion unter den Organismen ist die Folge: Pflanzen sterben ab und damit verenden auch die Pflanzenfresser. Letztere dienen den Fleischfressern als Nahrung, die ihrerseits verhungern. So sterben rund 50% aller größeren Tierarten aus.
Meteoritenforschung am Senckenberg-Museum

Über 1,5 Millionen qkm groß war die Fläche, die Lavamassen in der westindischen Region Dekkan überfluteten. Aufgrund von Verwitterung sind von diesen Flutbasalten (Trapps) heute noch etwa 500.000 km2 übrig. Eine geschätzte Dicke von etwa 10 bis 50 Kilometern lässt auf gewaltige und etwa 500.000 Jahre andauernde Vulkanaktivitäten schließen, deren Ascheproduktion zur Verdunklung der Sonne und dem Massenaussterben an der Grenze Kreide-Tertiär hatte führen können. Möglicherweise verursachten gleichzeitig giftige Gase insbesondere Selengas das Aussterben eierlegender Spezies. Die Vulkantheorie wird jedoch angezweifelt: Stetiger Vulkanismus erklärt nicht, warum es zu einem plötzlichen Massensterben kam. Möglicherweise wirkten Meteoriteneinschlag und Vulkanismus gemeinsam.
Am Ende der Kreidezeit wurde es deutlich kühler, gleichzeitig fiel der Meeresspiegel, was extreme Temperaturschwankungen hervorrief. Das Geschlecht neugeborener Reptilien ist extrem abhängig von der Temperatur, der die Eier ausgesetzt werden. Möglicherweise schlüpften nur Dino-Nachkommen eines einzigen Geschlechts, was Fortpflanzung unmöglich gemacht hätte. Auf Wärme angewiesene Pflanzen verschwanden und hartblättrige Gewächse wurden häufiger. Vermutlich waren die Dinosaurier nicht in der Lage, sich diesen Veränderungen anzupassen und starben aus. Möglicherweise wirkten sich Katastrophe und Klimaveränderung gemeinsam verheerend aus.
Einige Theorien sind unwahrscheinlich, könnten aber Faktoren aufzeigen, die zusätzlichen Einfluss hatten. Die Anzahl kleiner eierfressender Säugetiere nahm am Ende der Kreidezeit zu; so gerieten die Gelege der Saurier zunehmend in Gefahr. Zusätzlich waren Säugetiere lebend gebärend und konnten generell ihre Körpertemperatur konstant halten, waren also gleichwarm. In einer Phase allgemeiner Abkühlung hatten sie also einen Vorteil gegenüber den eierlegenden und wechselwarmen Reptilien. Möglicherweise entwickelten die im Oberjura entstandenen Blütenpflanzen starke toxische Substanzen, die sie für Pflanzenfresser unverdaulich werden ließen.
Bis heute können die Forscher keine endgültige Theorie formulieren, die das große Sterben am Ende der Kreide erklären könnte.
… seit dem 30. Januar 2011.
30. Januar 2011
Sie benötigen mehr Informationen zum Standort, der Anbindung an den ÖPNV oder zu Parkmöglichkeiten?